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Die Walcker-Orgel von 1974

Die kath. Pfarrkirche St. Martin in Idstein wurde 1964 nach einem Entwurf vom Architekten Johannes Krahn erbaut. Nach ersten Ideen des Architekten sollte die Orgel an der Decke hängen und vom elektrischen Spieltisch am Boden aus gespielt werden. Für die Gemeinde war seinerzeit eine A-Kirchenmusikerstelle in Aussicht, und die erste Stelleninhaberin Regina Depenheuer setzte sich zusammen mit ihrem Mann für den Bau einer mechanischen Orgel ein. So konnte 1974 eine mechanische Orgel der Fa. Walcker die provisorische Orgel, die vorher dort aufgestellt war, ablösen. Die Walcker-Orgel wurde am 25.10.1974 eingeweiht und tat ihren Dienst zum Lobe und zur Verherrlichung Gottes. Viele Orgelschüler erlernten an ihr das Orgelspiel.

Die Phase der Entscheidung und des Umbaues

Allerdings wurde nach einigen Jahren immer mehr deutlich, dass die verwendeten Materialien ermüdeten, die Bauweise mit den aufeinander getürmten Werken für die Stimmhaltung bei Temperaturschwankungen in der Kirche von Nachteil ist, und eine Ausweitung des musikalischen Repertoires um romantische und sinfonische Orgelmusik nur schwer zu erreichen ist. In dieser Zeit wurden die seit Jahrhunderten bewährten Materialien ersetzt, z.B. Leder durch Schaumstoff, Holz durch Aluminium. Die zu erwartenden Renovierungskosten für die Walcker-Orgel standen in keinem vernünftigen Verhältnis mehr zum zu erwartenden Ergebnis. Dies wurde nicht zuletzt durch ein Gutachten durch die Fa. Sandtner bekräftigt.

Kantor Thomas Gabriel, der von 1989 bis 1991 in Idstein Kirchenmusiker war, trieb die Idee einer neuen Orgel stark voran. Es wurden Entwürfe für den Bau einer Empore für Chor und Orgel in Auftrag gegeben. Studenten der Idsteiner Bauschule fertigten Modelle an. Der Orgelförderverein wurde ins Leben gerufen. Da aber der Neubau einer Orgel in jedem Fall mit einer mehr oder weniger aufwändigen Veränderung an der Bausubstanz der Kirche gekoppelt war, nämlich Emporen- oder Chorraumumbau, wurde der Förderverein umbenannt in Förderverein für die Neugestaltung des Kircheninnenraumes. Zudem stand eine Sanierung des Mauerwerks an, welche selbstverständlich vor einem Orgelneubau in Angriff genommen werden musste. Nach längerer Unsicherheit und auch Stagnation in Sachen Umbau und Orgel musste eine grundsätzliche Entscheidung getroffen werden, ob nun die Empore errichtet werden soll, oder ein Umbau im Chorraum den Chören und Instrumentalisten Platz schaffen sollte, zumal Chöre und Instrumentalisten immer vor dem Altar stehen mussten oder gar zu jedem Gesang in der Eucharistiefeier diesen Platz einnehmen und danach wieder verlassen mussten.

Der Pfarrgemeinderat traf schließlich die Entscheidung für den Umbau des Chorraumes und die Errichtung einer neuen Orgel in der Mündung vom Querschiff zum Hauptschiff der Kirche. Dazu musste der Taufstein einen neuen Platz bekommen und der Hauptaltar weiter zur Kirchenmitte hin gezogen werden. Über das Dezernat Bau des Bischöflichen Ordinariates des Bistums Limburg wurde Kontakt zum Architekten Franz Josef Hamm hergestellt, der auch schon bald vielversprechende Entwürfe für die Umgestaltung der Kirche vorlegen konnte. Indessen war das Startkapital der Gemeinde durch das unablässige Engagement des Fördervereins unter Vorsitz von Dieter Schnell soweit angewachsen, dass eine Realisierung des Projektes in greifbare Nähe rückte. Im Jahr 2002 beschleunigten sich dann die entsprechenden Verwaltungsvorgänge, und die Planung einer Orgel konnte beginnen.

Nach einem Dispositionsvorschlag von Kantor Franz Fink, der in Gesprächen mit dem Orgelsachverständigen des Bistums Limburg Hans Otto Jakob noch modifiziert wurde, konnte eine Ausschreibung gemacht werden.

Drei Orgelbauwerkstätten, deren Ruf den Bau einer qualitativ hochwertigen Orgel erwarten lassen, wurden aufgefordert, ein Angebot gemäß den Dispositionsvorgaben und einigen Vorgaben in Sachen Materialqualität und Fertigungsdetails abzugeben. Die Fa. Orgelbau Hans Peter Mebold aus Siegen machte das beste Angebot und bekam den Auftrag.