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Entwurf des Künstlers
Benefizkonzert

Im Benefizkonzert für eine Skulptur von Harry von de Gass erzielten der Kinderchor St. Martin, die Martinis und das Orchester St. Martin eine Spendensumme von 1077 Euro.

Das aktualierte Konzertprogramm steht als PDF zur Verfügung.

Harry in Bronze

Die Skulptur wurde am 28. August 2008 eingeweiht.

Skulptur „Harry von de Gass"

Harry, der „ewige" Messdiener - ein Vorbild

 

Wenn Idsteiner „Harry" lesen, denken viele nicht zuerst an einen fiktiven Zauberlehrling, sondern sehen eine aufrechte Gestalt vor sich, die jahrzehntelang im Straßenbild der Stadt präsent war: Harry Seegebarth, in Berlin geboren, im Idsteiner Kalmenhof ansässig, kehrte tagein, tagaus unermüdlich die Straßen der Stadt.

„Harry von de Gass" mit seinem wettergegerbten, markanten Gesicht, freundlich im Gespräch, doch deutlich zu Zeitgenossen, die das Wort Abfall zu wörtlich nehmen, auffallend schon durch seine weiten Hosen, war ein Idsteiner Original. Er diente als „ewiger" Messdiener in unserer Gemeinde als starker Träger des Vortragekreuzes, Vorbild und Rückhalt für Generationen von Messdienern und Messdienerinnen. Am 28. Juli 2005 starb er im Alter von 63 Jahren

Idstein trauert um Harry Seegebarth

Idsteiner Anzeiger, Frank Heilhecker
Harry auf de Gass

Die Initiative für eine öffentliche Skulptur, die Harrys Wirken im Straßenbild lebendig halten soll, ging von Annethee und Dieter Schnell aus, die bereits ideenreich für die Mebold-Orgel sammelten. Die jugendlichen Musiker von St. Martin sagten spontan ein Benefizkonzert zu, das am 16. September 2007 ab 19 Uhr in der Kirche erklang. Der Titel „In dir ist Freude" zitiert das Lieblingskirchenlied von Harry, gibt aber auch gut wieder, was Ausführende und begeisterte Zuhörer empfunden haben. In der Ankündigung hieß es:

Benefizkonzert „In dir ist Freude"

Das Orchester St. Martin, die Martinis und der Kinder- und Jugendchor musizieren unter Leitung von Franz Fink. Harry liebte Musik vieler Art und sang selbst gerne und leidenschaftlich, im Kerbezelt oder am Rosenmontag, z.B. ein auf ihn zugeschnittenes Lied „Ich bin der Harry von de Gass". Wer es nicht kennt, kann es im Konzert hören und sich das Wort „Himbeerbongbongpackpapiersche" auf der Zunge zergehen lassen.

„In dir ist Freude", ein Tanzlied von Gastoldi, gilt als Harrys Lieblingslied und wurde bereits ihm zu Ehren in die Musik zur Christmette 2005 aufgenommen. Noch kurz vor seinem Tod genoss er den Idstein-Jazz. 

Entsprechend vielfältig, im Wechsel der Gruppen, ist das Konzertprogramm  zusammengestellt. Das Orchester St. Martin - aus dem bisherigen Jugendorchester hervorgegangen - spielt zum ersten Mal öffentlich in der neuen Besetzung, z.B. die beliebte Badinerie („Tändelei") von J.S. Bach, den lebhaften Abschluss seiner Orchestersuite in h-moll, BWV 1067, ein Glanzstück für Flötisten. Alle Chöre singen gemeinsam „Look at the world" von John Rutter, dem das Chorkonzert 2006 gewidmet war (Magnificat). Die Martinis und das Orchester musizieren „O sing unto the Lord" von Händel.

 

Soweit die Ankündigung. Das aktualisierte Programmheft des Konzerts ist nachzulesen. Dieter Schnell stellte eingangs klar, dass Harry auch als Skulptur nicht auf einen Sockel gehoben wird, sondern „auf de Gass" bleibt.

 

Das Orchester stellte sich mit beliebten Sätzen aus Bach-Suiten vor, zupackend und doch feinsinnig musiziert, oft mit solistischen Glanzlichtern. Die Chöre erwiesen Dieterich Buxtehude die Ehre und sangen sprudelnd "Cantate Domino" - „Singt dem Herrn". Sie zeigten ein erweitertes Repertoire „Chormusik aus England". Die Orgel stimmte in den erfrischenden Gesamtklang ein und bewies erneut ihre Vielseitigkeit, diesmal zu großer romantischer Musik wie im Magnificat von Charles Wood einerseits, andererseits zu beherztem Täterätää-Tusch im Fassenachtslied „Das is de Har-ry von de Gass", in den viele klatschend einstimmten.

 

„Möge die Straße uns zusammenführen", mit diesem irischen Segenswunsch klang das Konzert sinnreich aus, doch das Publikum bestand auf einer Zugabe.

All things bright and beautiful", "alle Dinge hell und schön" - das fasste die Stimmung gut zusammen. 

In den Spendenkörbchen sammelte sich eine vierstellige Summe, - ebenfalls ein Anlass zur Freude! Ein einzelner, Peter Klein, spendete den gesamten Fehlbetrag, als er über das Benefizkonzert las.

Näheres dazu findet sich ebenfalls im Programmheft.

 

Die Skulptur wurde am 28. August 2008 in der Altstadt von Idstein eingeweiht. Das Wiesbadener Tagblatt und die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichteten.