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Die alte Kreuzigungsgruppe hängt heute in der Seitenkapelle

Diskussion um das Kreuz im Altarraum

Bei der Neugestaltung des Innenraums der Kirche im Jahr 2003 wurde die Kreuzigungsgruppe (siehe links stehende Abbildung) der Vorgängerkirche im Seitenschiff angebracht. Alle Verantwortlichen – Pfarrer, Pfarrgemeinderat, Architekt und Bischöfliches Ordinariat – waren sich einig, dass ein neues Kreuz über dem Altar angebracht werden soll. Nach langer und intensiver Diskussion hatte der PGR sich zunächst für einen Auftrag an den Künstler Hans Rams aus Niederbreitbach entschieden. Nachdem eine Firmgruppe 2006 das heute in der Kirche hängende Kreuz hergestellt hatte, hat der PGR am 31.01.2007 beschlossen, das von den Firmlingen gestaltete Kreuz vorerst hängen zu lassen und beide Entwürfe der Gemeinde vorzustellen. Dies geschieht hiermit. Der neue PGR soll in etwa zwei Jahren eine Entscheidung zugunsten einer der Varianten treffen.

 

Informationen zum jetzigen Kreuz

Das Kreuz der Firmgruppe (per Klick zu vergrößern)<br />Foto: © K. Meinhardt
Das Kreuz der Firmgruppe

Im Verlauf des Firmkurses 2006 hatte jede Firmgruppe die Aufgabe sich einem von der Gruppe selbst erwählten Projekt zuzuwenden. Da uns ja immer noch ein Altarbild fehlt, hat sich unsere Firmgruppe überlegt, den leeren Raum über dem Altar mit einem Kreuz auszufüllen. Wir haben ein Kreuz mit einem Rahmen gebaut, in dessen Mitte sich viele Kreuze in unterschiedlichen Größen befinden.

 

Ein Kreuz aus vielen Kreuzen

Das Kreuz in unserer St. Martins Kirche besteht in Wahrheit aus vielen Kreuzen:
Viele große, kleine und sehr kleine Holzkreuze füllen das eine Kreuz – ihren Rahmen – aus. Ohne die kleinen Kreuze wäre der Rahmen leer. Man würde ihn kaum noch wahrnehmen. Optisch würde er beinahe in der Wand verschwinden.

 

Die Zahl Sieben

Dieses Kreuz ist, wie auch die ganze Kirche, auf der Zahl 7 aufgebaut bzw. nach ihr berechnet. Die Zahl 7 bedeutet Fülle und Vollendung, Sie ist eine besondere Zahl, sie ist die Zahl der Schöpfungstage. Wir kennen die sieben Gaben des Heiligen Geistes und auch die Sakramente sind sieben an der Zahl.

 

Das Kreuz, Gott und die Menschen

Wie unser Kreuz aus vielen kleinen Kreuzen besteht, so besteht unsere Gemeinde, die gesamte Kirche, aus unzähligen Menschen. Die Menschen - wir Gläubigen – machen sie aus. Jeder und jede Einzelne von uns, egal ob groß oder klein, egal ob oft in der Kirche oder kaum, egal ob Feiertags- oder Vollzeitchrist: Ohne uns funktioniert Gemeinde, funktioniert Kirche nicht.
Aber ohne einen „Rahmen“, ohne Hilfe beim „in der Luft hängen“, funktionieren wir auch nicht! Ohne einen Leitfaden, der uns oben hält; ohne andere Menschen, die über, unter oder neben uns sind und ohne einen festen Rahmen, in dem man seinen Platz hat, kann man sich leicht verheddern, ins Pendeln geraten oder hinunterfallen.

Unser Halt als Christen ist der Glaube an den christlichen Gott. Als Zeichen dafür
aber hängt dieses Kreuz. Wir hoffen, dass Ihnen das Kreuz und unsere Gedanken dazu gefallen.

Firmgruppe Rossbach, Juli 2006

P.S. Die benötigten Materialien wie Holzkreuze und Eisen-Rahmen wurden gespendet bzw. unentgeltlich von heimischen Handwerker-Betrieben für uns hergestellt. Herzlichen Dank nochmals an dieser Stelle.

 

Zum Entwurf von Hans Rams

Der Kreuzentwurf von Hans Rams per Klick zu vergrößern)<br />Foto: © K. Meinhardt

1. Die Idee

Das Kreuz als aufgebrochene Metallplatte verweist auf die Auferstehung des Gekreuzigten. Die Härte des Materials und die Form lassen an die Grausamkeit des Todes Jesu denken. Die Durchbrechung der Stahlplatteund die negative Form – das Kreuz ist da, wo nichts ist – verweisen auf die Auferstehung. Der fehlende, transparente Korpus deutet zudem die Transzendenz Jesu Christi an. Der Durchbruch verweist auf eine andere Wirklichkeit Gottes.

2. Der Künstler

Hans Rams, geboren 1952 in Waldbreitbach, ist ein Bildhauer, der für zahlreiche Gottesdiensträume eindrucksvolle Kunstwerke gefertigt hat.

3. Die Ausführung

Das Kunstwerk soll aus einer etwa 100 cmx 100 cm großen Stahlplatte gearbeitet werden, die über dem Altar frei hängt und von beiden Seiten  gleichartig bearbeitet ist. Dadurch ist das Kreuz auch für Gottesdienstteilnehmer hinter dem Altar gleichermaßen wahrnehmbar. Die absolute Form der quadratischen Plattewird durchbrochen und blätter- und rankenartig aufgelöst. Diese Ausführung greift das Motiv des Lebensbaumes auf: das Kreuz als Durchbruch zu neuem Leben. Das nach vorn und hinten aufgebogene Blattwerk lässt die Kreuzform plastisch erscheinen. Das Blattwerk soll im Kontrast zum Stahl der Platte in Blattvergoldung ausgearbeitet werden, die das Licht intensiver reflektiert. Formal ist der Entwurf auf Kontrasten aufgebaut: die kühle Stahlfarbe gegen die warmen Brauntöne der Rückwand, das Glatte und Harte des Stahls gegen das Bewegte, Lebendige des Blattwerks, das minderwertige Grau gegen das wertvolle Gold. Die Kosten für diese Ausführung betragen ca. 20.000 €.

Dr. Joachim Ackva