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Das Publikum wirkte im Kanon mit

Orgel-Vorstellung in Idsteiner Kirche St. Martin mit Graham Waterhouse

 

vom 19.09.2006, Artikel von Hanna Weinreich

im Feuilleton der RHEIN MAIN PRESSE
 

IDSTEIN Als ein klangliches Schmuckstück scheint die neue Mebold-Orgel in der katholischen Pfarrkirche St. Martin nicht nur die Zuhörer in ihren Bann zu ziehen, sondern auch Organisten wie Komponisten nach Idstein zu locken. Regelrecht verliebt in ihre filigrane Tonschönheit hat der in London 1962 geborene Graham Waterhouse denn auch nach seinem ersten Besuch gleich ein Werk komponiert, das jetzt hier zur Uraufführung kam, und zwar unter Mitwirkung aller Beteiligten.

 

Und was konnte dem in der Nähe von München lebenden Engländer dazu besser als freudiges Ausgangsthema dienen, als der hierzulande wohl jedem bekannte Kanon "Froh zu sein bedarf es wenig". Zunächst lieferte der musikalische Hausherr Franz Fink in fein ziselierter Cembalo-Präzision den Gegenpart zu den Sostenuto-Klängen auf der Orgel, was alsbald zu eng verflochtenem Wettstreit führte, um dann die Sangeskunst des Publikums zu erproben. Franz Fink gab spontan die Kanon- Einsätze, und damit hatten die Idsteiner ganz persönlich und live an der Fertigstellung dieser Komposition mitgewirkt.

 

Das folgende, nicht weniger ansprechende Werk von John Joubert (geb. 1927 in Kapstadt) wurde kürzlich im Münchner Gasteig ebenfalls von Graham Waterhouse zur Uraufführung gebracht: "Divisions on a Ground" für Cello solo zeigte den Künstler also auch hier in seiner Vielseitigkeit. Auf einem einfachen Thema der Septime basierend, bewegen sich die Variationen zwischen Dur und Moll 

Die abschließenden Orgelvariationen, eine 1981 entstandene Eigenkomposition, loten das königliche Instrument mit seinen 33 Registern und 1 888 Pfeifen in den feinsten Spielarten bis zum eruptiven Klangrausch aus. Mit Bach, Purcell und Telemann waren drei Komponisten präsent, die bis heute als inspirierende Quellen gerade der sakralen Musik gelten.

 

Eine weitere Besprechung des Gesprächskonzerts erschien am 21.09.2006 in der Idsteiner Zeitung.