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Johann Caspar Ferdinand Fischer

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Messe-Vertonung des Barock

Im Gottesdienst zum vierten Fastensonntag, am 26. März 2006, werden Teile der „Missa Inventionis Sanctae Crucis“ von Johann Caspar Ferdinand Fischer (1656? -1746) musiziert. Diese selten zu erlebende Musik wird vom Chor St. Martin und Streichern der Capella Lignea unter Leitung von Kantor Franz Fink dargeboten. 

Johann Caspar Ferdinand Fischer

Der Komponist Johann Caspar Ferdinand Fischer war ein Zeitgenosse von Johann Sebastian Bach, der Werke von ihm kannte und schätzte. Über sein langes Leben und seine musikalische Laufbahn ist wenig bekannt. Viele seiner Instrumentalwerke für Orgel, Clavier und Orchester wurden veröffentlicht und waren einflußreich, seine geistlichen Kompositionen – für den Tag geschrieben und nur teilweise archiviert – kommen erst in unserer Zeit wieder ans Licht.

 

Jüngeren Forschungen zufolge wurde er 1656 in Schönfeld im Egerland geboren,

er verstarb 1746 in Rastatt.

Seine profunde polyphone Schreibweise und die kontrapunktische Raffinesse seiner Kompositionen könnte er in Dresden erworben haben. Er orientierte sich besonders am Vorbild des Franzosen Jean Baptiste Lully (1632-1687).

Fast sechs Jahrzehnte diente Fischer dem badischen Hof in Rastatt und schrieb Orchestersuiten (Tanzfolgen) im französischen Stil, zahlreiche weltliche und geistliche Kompositionen (Singspiele, szenische Dialoge, Messen, geistliche Konzerte, Psalmvertonungen etc.) und fünf ein- bis dreiaktige Opern, die bei festlichen Gelegenheiten zur Aufführung kamen.

 

Im Jahr 1702 veröffentlichte er bereits einen Zyklus für Orgel „Ariadne Musica"

mit Praeludien und Fugen in zwanzig verschiedenen Tonarten, - das berühmte  „Wohltemperierte Clavier" Teil I von Bach erschien hingegen erst zwanzig Jahre später. Für Cembalo gab Fischer 1696 „Les Pièces de Clavessin" heraus, in einer Neuauflage unter dem schönen Titel „Musicalisches Blumen-Büschlein". „Musicalischer Parnassus", veröffentlicht gegen 1736, besteht aus weiteren Claviersuiten, die den neun Musen gewidmet sind. Als einer der ersten im deutschen Sprachbereich schloß Fischer französische Modetänze (Ballet, Bourée, Gavotte, Menuet, Passepied etc.) in abwechslungsreicher Vielfalt ein.

 

Die „Missa Inventionis Sanctae Crucis“ wurde in einem Ordensarchiv in Prag gefunden und 2001 von tschechischen Musikern erstmals auf CD aufgenommen.

Sie lebt ebenfalls von großen Kontrasten, zum Beispiel beginnt das Sanctus mit schweren, auf einem Ton schwingenden Glockenklängen, während im lebhaften Tanz „Osanna in excelsis“ zwei Rhythmen abwechseln, „Osanna“ im Dreier-Takt,

„in excelsis“ beschleunigt zu drei Zweiergruppen. Eine intensive Bitte um Erbarmen erklingt - musikalisch gleich - sowohl im einleitenden Kyrie als auch gegen Ende im Agnus Dei (Lamm Gottes), darin fällt ein Motiv durch eine Reihung von herben Tritonus-Intervallen auf. Dagegen wirkt das abschließende „Dona nobis pacem“

(Gib uns Frieden) wie ein Kehraus-Tanz, gelöst und befreit.

 

Ausblick auf Karfreitag, Ostern und Pfingsten

Der Chor St. Martin wirkt, wie gewohnt, auch in der Karfreitagsliturgie mit

(14. April, 15 Uhr) und in der Feier der Osternacht (15. April, 21:30 Uhr). 

Die Martinis sorgen für österliches Feuer im Hochamt am 16. April, 10:15 Uhr. 

Am Karfreitag singt der Chor - im Angesicht des Todes - unbegleitet:

zur gesprochenen Passion  Choräle aus der Matthäuspassion von Bach,

zur Kreuzverehrung  Musik von Palestrina und Giovanni Croce.

 

In der Osternacht bringt zum ersten Mal auch die neue Orgel die Freude der Auferstehung zum Ausdruck. 

 

Hauptwerk im Chorkonzert 2006 am Pfingstmontag, 5. Juni, ist das Magnificat,

das John Rutter 1990 komponierte. Der Chor St. Martin singt es wieder gemeinsam mit den Martinis, wie schon in einem Benefizkonzert für unicef 1996. Der Komponist schrieb anerkennend (auf deutsch!) über einen Mitschnitt der Aufführung:

"Alles ist lebhaft, freudig und zur gleicher Zeit ausdrucksvoll. Ich hörte die Kassette mit wahrem Vergnügen. Ich gratuliere!"

Sein Instrumentalwerk „Suite Antique“ steht ebenfalls wieder auf dem Programm.

Die Tanzfolge für Flöte, Streicher und Cembalo wandelt das Muster französischer Suiten ab, greift nicht nur deren Titel auf (Rondeau), sondern auch den Taktwechsel, den Fischer im Osanna benutzt (Ostinato), und die Einbeziehung von Modetänzen (Jazz Waltz).

Zur Eröffnung des Magnificat erklingen die beiden gegensätzlichen Rhythmen gleichzeitig und suggerieren das pulsierende Leben bei einem lateinamerikanischen Fest zur Marienverehrung. 

 

Sopran-Solistin im Magnificat ist Janina Möller, die Leitung hat Franz Fink.

Das sommerliche Konzert beginnt – anders als bisher angekündigt – um 19 Uhr.