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Benefizkonzert

Samstag 15. März 2014
14:30 öffentliche Probe
16:00 Konzert

Geplantes Programm

Josef Rheinberger (1839-1901): Inclina Domine
Franz Herzog (*1962): Ave, Maris stella
Martin Folz (*1961): O Lux
Randall Thompson (1899-1984): Alleluia
Pablo Casals (1876-1973): Nigra sum
Arvo Pärt (*1935): Peace upon you, Jerusalem
Eriks Esenvalds (*1977): O salutaris Hostia
Johannes Brahms (1833-1897): Die Meere
Edward Elgar (1857-1934): The Snow
Karin Rehnqvist (*1957): Natt över jorden
Heinrich Poos (*1928): Brot und Wein

Carpe diem - Benefizkonzert und Probe

Der Frauenkammerchor Carpe diem Limburg sang geistliche Chormusik zugunsten der Sanierung der Unionskirche Idstein.

 

 

Am Samstag, 15. März 2014, gestaltete der mehrfach preisgekrönte Frauenkammerchor Carpe diem Limburg unter der Leitung von Jürgen Faßbender ein Benefizkonzert mit geistlicher Musik. Das Konzert begann um 16 Uhr, zuvor bestand Gelegenheit, ab 14:30 Uhr in einer öffentlichen Probe eine Stunde lang mitzuverfolgen, wie sich die rund 30 Sängerinnen und ihr künstlerischer Leiter auf ein Konzert vorbereiten und im Detail an der musikalischen Qualität ihres Vortrags feilen.

Der Reinerlös fließt in die Sanierung der ev. Unionskirche Idstein, unterstützt vom Rotary Club Bad Camberg-Idstein und Schirmherr Dekan Oliver Albrecht.

Aus der Ankündigung:

Die musikbegeisterten Frauen des rund 30-köpfigen Ensembles bringen nicht nur romantische, kraftvolle und bilderreiche Lieder mit, sondern auch besinnliche, meditative und atmosphärische Klänge. Zu hören sind Chorwerke von Johannes Brahms, Edward Elgar, Pablo Casals und Arvo Pärt sowie von seltener aufgeführten zeitgenössischen Komponisten.

Weitere Mitwirkende des facettenreichen Programms sind Gabriele Scholz (Klavier), Roland Gesche (Saxofon), Hannah Gries und Felicia Hillerich (Sopran) sowie Ragnhild Schreiber (Moderation).

 

Jürgen Faßbender, der Gründer und seit 22 Jahren Leiter des Frauenkammerchores, arbeitet mit mehreren qualifizierten Chören und kennt sich bestens in der Chorliteratur aus. Als Autor, Juror bei Chorwettbewerben und gefragter Referent bei Chorleiterfortbildungen im In- und Ausland berief man ihn 2012 zum Mitglied im World Choir Council.

 

Frauenkammerchor Carpe diem Limburg mit seinem Leiter Jürgen Faßbender
Gedanken zum Programm

Nähere Informationen zur geplanten Reihenfolge und zu den Komponisten finden sich links in der Übersicht.

 

Das Wort des Apostel Paulus (1. Kor. 14, 34), nach dem die Frauen in der Kirche zu schweigen hätten, legte man viele Jahrhunderte lang auch in Bezug auf den Gesang aus: Nur Männer durften in der Kirche singen. Es ist kaum vorstellbar, dass am päpstlichen Hof noch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts die hohen Stimmenlagen von Kastraten übernommen wurden. Kompositionen geistlicher Musik für Frauenchöre gibt es deshalb aus früherer Zeit kaum, sieht man von liturgischen Gesängen in Klöstern und dem Musizieren in italienischen Waisenhäusern ab. Erst in der Romantik fanden sich vermehrt Frauenchöre zusammen, für die nun auch eigene Werke geschrieben wurden. Glücklicherweise lebt die Kirchenmusik heutzutage sehr wohl von den Stimmen und der Instrumentalmusik von Männern und Frauen, von Jungen und Mädchen. In Idstein wird das in der Unionskirche und in St. Martin immer wieder eindrucksvoll in Gottesdiensten und Konzerten bewiesen.

 

Ave, Maris stella

Der lateinische Hymnus Ave, Maris stella (Meerstern, sei gegrüßt) nach einem Text aus dem 8. Jahrhundert begegnet uns in dem Werk des Österreichers Franz Herzog. Interessant ist der Wechsel von einstimmig gesungenen Versen zu mehrstimmig aufblühenden Strophen in unterschiedlichen Kompositionsformen. Josef Rheinbergers Inclina Domine“(Neige, o Herr) beruht auf einem Psalmtext, ebenso das Stück Peace upon you, Jerusalem (Friede sei mit dir, Jerusalem) des Esten Arvo Pärt, der vor allem durch seinen schlicht-meditativen, an Glockenklänge anmutenden Kompositionsstil bekannt ist, hier jedoch ein Werk von ausgefeilter dynamischer, harmonischer Vielfalt schrieb. Der ebenfalls in Estland beheimatete Komponist Eriks Esenvalds hat für sein zeitgenössisches O salutaris Hostia (O heilbringende Opfergabe) einen Hymnus von Thomas von Aquin (1264) verwendet: über einem ruhigen Klangteppich erstrahlen zwei Solo-Sopranstimmen. Der Text von Nigra Sum (Ich bin schwarz, aber schön) stammt aus dem alttestamentlichen Hohenlied und wurde von dem Cellisten, Dirigenten und Komponisten Pablo Casals in Musik für Frauenchor und Klavier gefasst.

 

Brot und Wein, Meer und Schnee

So bildhaft die zurzeit sanierungsbedürftige Unionskirche ausgestattet ist, so lebendig und illustrierend wirken die Chorwerke aus der romantischen Epoche. Das Stück Die Meere von Brahms schildert das Hereinbrechen der Nacht über dem Wasser und macht das Nicht-zur-Ruhe-Kommen der Seele erlebbar. In The Snow von Edward Elgar versinnbildlicht der beschützende, aber auch schmelzende Schnee das Weiß unserer Seele. Brot und Wein von Heinrich Poos stammt aus dem Zyklus „Es ist ein Gesang in meinen Sommer gefallen“. Im Text von Friedrich Hölderlin stehen Brot und Wein symbolisch für das christliche Abendmahl und antike Göttergaben. Poos faszinierte vor allem der beginnende Abend, wenn das geschäftige Treiben der Menschen endet und die Nacht den Blick auf andere Dinge lenkt. Poos legte den Gesang des Frauenchores über ein bekanntes Schubert-Impromptu für Klavier.

 

O Lux

Eine Parallele zum schlichten Kirchenraum von St. Martin drängt sich auf in O Lux (O Licht) von Martin Folz: So wie das Fensterband unter der Kirchendecke dem Natursteinbau Leichtigkeit verleiht, so schweben die Sopranstimmen mit ihrer Melodie über dem tragenden Fundament der tieferen Lagen. Teilweise achtstimmige Cluster erfüllen mit ihrem Klang den Raum. Der Text stammt aus der Pfingstsequenz. Die schwedische Komponistin Karin Rehnqvist fängt mit ihrem stillen Natt över jorden die Atmosphäre der Nacht ein, die sich über die Erde legt.

Große Dynamik entwickelt das ruhig beginnende Stück des Kanadiers Randall Thompson, das mit nur dem einen Wort auskommt: Alleluia.

Regine Felsch