2017

Der Chor erarbeitete eine doppelchörige Messe aus der Sammlung Missodia Sionia von Michael Praetorius, die zweimal im Gottesdienst aufgeführt wurde, am 18. und 19. Februar 2017. Die Stimmen werden vom Barock-Consort verstärkt, der hohe Chor (zwei Sopranstimmen, Alt und Bass) überwiegend von Streichern, aber auch Zinken, zwei Barockposaunen und Theorbe, der tiefe Chor (Alt, zwei Tenorstimmen und Bass) von  vier Posaunen, Dulzianen und Fagott. Beide Chöre hatten eine Orel zugeordnet, der tiefe Chor alternati auch ein Regal.

Auch die zweite Aufführung des Oratoriums Laudato si' im Frankfurter Dom wurde von den Zuhörern als ein besonderes Erlebnis gefeiert.


Für Karfreitag probt der Chor Werke von Karl Jenkins.

2016: Grenzübergreifendes Konzert überzeugt

Das vierte ökumenische Chorprojekt vereinte vier Chöre, die den lobsingenden Engeln in Haydns Oratorium Die Schöpfung am 16 April 2016 ihre Stimmen liehen und die Zuhörer begeisterten.

Chor St. Martin, so nannte sich der Chor der Pfarrgemeinde im Jahr 1973 und gab sich damit ein Programm. Wir sind ungefähr 70 Sängerinnen und Sänger, geleitet von Kantor Franz Fink. Unser Anspruch: wir gestalten Gottesdienste mit, inhaltlich abgestimmt und bedeutungsvoll oft über das Sagbare hinaus, und treten in der Regel einmal im Jahr im Konzert an die weitere Öffentlichkeit. Auch das Konzert sehen wir im Grunde als Gottes-Dienst.

Wir singen Musik aus sechs Jahrhunderten immer als ein „neues Lied", ob von Michael Praetorius, Johann Sebastian Bach oder Peter Reulein.

Laudato si'

Der Chor St. Martin und die Martinis waren dabei, als am 6. November 2016 das Auftragswerk zum Jubiläum des Referats Kirchenmusik, Laudato si' - Ein franziskanisches Magnificat, im Limburger Dom uraufgeführt wurde. Das ist eine große Ehre! Der Franziskaner Helmut Schlegel verfasste den Text, Peter Reulein, Kirchenmusiker in Liebfrauen im Herzen von Frankfurt, schrieb die Musik und übernahm die Gesamtleitung. Fünf Solisten, vielfältige singende Gruppen von Kinderchor über Choralschola bis zum achtstimmig geteilten Chor sowie Orgel und Orchester führten eine Musik auf, die bewusst viele Stilelemente der Kirchenmusik einsetzt, um aktuelle Fragen zum Ausdruck zu bringen, die bereits Maria (Sopran) und Clara und Franz von Assisi (Alt und Tenor) bewegt haben und die in jüngsten Schreiben von Papst Franziskus (Bariton) wiederkehren. Die Ausführungen des Verlags sind gute Hintergrundinformationen, die Kirche des Komponisten, Liebfrauen in Frankfurt, stimmte auf das Konzert ein und zeigte das Plakat.

Eine zweite Aufführung ist am 29. Januar 2017, 15:30 Uhr, im Frankfurter Dom.

Premiere von Laudato si, Zugabe: Halleluja
Tristis est anima mea

In der Karfreitagsliturgie sang der Chor die fünfstimmige Motette Tristis est anima mea, die Bachs Vorgänger als Thomaskantor in Leipzig zugeschrieben wird. In den lateinischen Worten, einem Responsorium zum Gründonnerstag, spricht Jesus zu seinen Jüngern. Ausgehend vom Evangeliumswort "Meine Seele ist betrübt bis in den Tod" sagt er im Garten Gethsemane voraus, dass er gefangengenommen wird, sie die Flucht ergreifen werden und er gehen wird, um für sie geopfert zu werden. Die Motette wurde bereits in der Bach-Biographie von Philipp Spitta als Meisterwerk hervorgehoben.

Halleluja

In der Osternacht sang der Chor als Antwort zu den Lesungen zwei Vertonungen von Franz Fink, Sende aus deinen Geist und Singen will ich dem Herrn und Palestrinas Motette Sicut cervus desiderat ad fontes,  ein Halleluja von Charles Wood, das den Psalm 118 (Danket dem Herrn) einbaut,und die Lieder Gelobt sei Gott im höchsten Thron (im Satz von Vulpius) und Das Grab ist leer (im Satz von Markus Melchiori).

Singt dem Herren, alle Stimmen

Das Oratorium Die Schöpfung von Joseph Haydn wurde am 16. April, 19 Uhr, gestaltet als internationales Chorkonzert von vier Chören, De Wase Kantorij aus der belgischen Partnerstadt Zwijndrecht und drei Idsteiner Chören: Idsteiner Kantorei, Chor St. Martin und Martinis, die das Werk bereits 2002 zum Hessentag gemeinsam aufgeführt haben. Der belgische Chor feiert damit seinen 50. Geburtstag. Am 23. April werden viele Idsteiner Choristen in der Aufführung in Zwijndrecht mitwirken.

Das beliebte Oratorium erzählt die Schöpfungsgeschichte in einer Mischung aus Naivität und Altersweisheit, die auch heute noch anspricht.

Die Rezension am 19. April war überschrieben: Grenzübergreifendes Konzertprojekt überzeugt in St. Martin Idstein

If ye love me

Im ökumenischen Gottesdienst am Pfingstmontag, 16. Mai, 11 Uhr, sang der Chor vielsprachig, deutsch lateinisch und Englisch. Veni sancte Spiritus schrieb Gregorio Allegri, der an der Sixtinischen Kapelle in Rom wirkte. Orlando Gibbons (1583-1625) setzte das Lied Come, Holy Ghost, the Maker, come (Komm, Heiliger Geist, Schöpfer, komm) als vierstimmige Motette. Thomas Tallis vertonte If Ye Love Me (Wer mich lieb hat), einen Abschnitt aus dem Johannes-Evangelium. Außerdem sang der Chor im Wechsel mit der Gemeinde.

Laudetur Jesus Christus

Am 5. Juni 2016 wurde im Gottesdienst die Weihe der Kirche gefeiert, musikalisch mit der Missa in C (brevissima), einer äußert kurzen Messe, von Johann Ernst Eberlin, einem Freund der Familie Mozart in Salzburg. Er schrieb sie für Soli, Chor, Trompeten, Pauken und Streicher. Das Orchester St. Martin begleitete den Chor, der auch die Solopartien übernahm. Bohuslav Matej Cernohorský, ein böhmischer Franziskaner, der als Kirchenmusiker in Padua und Prag wirkte, komponierte eine kunstvolle Motette Laudetur Jesus Christus. Er schrieb zunächst eine Fuge über Laudetur Jesus Christus in aeternum (Gelobt sei Jesus Christut in Ewigkeit), dann eine zweite auf das Wort Amen, und schließlich eine dritte Fuge, in der beide Themen verbunden sind. Der Gottesdienst endete mit Nun danket alle Gott, das John Rutter festlich gestaltete: auf ein Vorspiel folgen drei unterschiedlich gesetzte, gesteigerte Strophen.

Christmette

In der Christmette setzt der Chor St. Martin die Tradition englischer Chormusik fort. Aus Georg Fridrich Händels Oratorium Messiah erklingt die Prophezeiung Jesajas For unto us a Child is born, die das neugeborene Kind zart zeichnet, aber seine künftigen Ehrentitel kräftig ausruft, von Ratgeber bis Friedefürst. John Goss vertonte die Verkündigung an die Hirten, Behold, I bring you good tidings, und Felix Mendelssohn schrieb die Melodie von Hark! the herald-angels sing, die David Willcocks effektvoll arrangierte.

Ausflug nach Oppenheim

Am 11. Oktober 2014 reisten Chormitglieder und Angehörige nach Oppenheim, wo sie kundig durch die Stadt und die unterirdische Stadt geführt wurden. Ein Höhepunkt war es, in der hervorrageden Akustik der gothischen Katharinenkirche zu singen.

Chorwanderung

Wanderfreudige Chormitglieder gingen zu Fuß zur Abschlussfeier vor den Ferien am 21. Juli 2014.
Bleib bei uns

Wir sind bekannt für gutes Zusammenwirken in Konzerten und Gottesdiensten mit anderen musikalischen Gruppen in der Gemeinde, mit anderen Chören - besonders in ökumenischer Verbundenheit -, mit Orchestern auf Instrumenten der jeweiligen Epoche, mit bedeutenden Solisten.

Die wöchentlichen Chorproben finden am Montag um 20 Uhr im Bischof-Dirichs-Heim statt. Vor einem Konzert gibt es in der Regel ein Proben-Wochenende und Proben für jeweils eine Stimmgruppe zur intensiven Vorbereitung.

Die Gemeinschaft wird gestärkt durch Feiern, Wanderungen und eine jährlichen Chorfahrt. 2008 ging die Reise nach Leipzig. 2011 führte die Fahrt nach Höxter, Corvey und Paderborn, 2012 nach Bamberg, 2013 nach Speyer, 2014 nach Oppenheim und 2015 nach Weilburg.

Jedes Mitglied trägt 18 Euro pro Jahr zu den Gemeinschaftsaufgaben bei.

Alle zwei Jahre wählt die Mitgliederversammlung einen Vorstand, der den Kantor entlastet. Am 7. März 2016 wurde der Vorstand gewählt. Wiedergewählt wurden Martina Hoffmann (1. Vorsitzende), Angelika Ehry (2. Vorsitzende), Gerda Arendt (Pressewartin) und Sandra Chávez (Beisitzerin). Neu gewählt wurde Franz-Rudolf Honnef als Kassenwart. Er löst Herbert Ehry ab, der als Beisitzer weiter mitwirkt.

Wir freuen uns über Sängerinnen und Sänger, die unsere vielschichtigen Aufgaben mittragen möchten.

Chor St. Martin und Martinis proben 2013 (Bild: amp)
Lust zum Singen?

Wir freuen uns über Sängerinnen und Sänger, die unsere vielschichtigen Aufgaben mittragen möchten. Als nächstes proben wir (nach einer doppelchörigen Messe von Michael Praetorius) Musik von Karl Jenkins für Karfreitag. Das jährliche Konzert soll Bachs Weihnachtsoratorium sein, wie zuletzt 2004. Wir proben montags von 20 bis 22 Uhr.

Weitere Information

Christmette

24. Dezember 2016, 23 Uhr

Georg Fridrich Händel: For unto us a Child is born (aus Messiah)
John Goss: Behold, I bring you good tidings
Felix Mendelssohn: Hark! the herald-angels sing (arrangiert von David Willcocks)

Karfreitag

25. März 2016, 15 Uhr
O crux ave (Palestrina)
Tristis est anima mea (Kuhnau)
Popule meus (Tomás Luis de Victoria)

Choräle aus Bachs Matthäus-Passion zur Leseung der Leidensgeschichte:
Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen
Wer hat dich so geschlagen
O Haupt voll Blut und Wunden
Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe
Wenn ich einmal soll scheiden

Osternacht

26. März, 21 Uhr

Sende aus deinen Geist (F. Fink)
Singen will ich dem Herrn (F. Fink)
Sicut cervus desiderat ad fontes (Palestrina)
Halleluja - Danket dem Herrn (Charles Wood)
Gelobt sei Gott im höchsten Thron (Vulpius)
Das Grab ist leer (Markus Melchiori)